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Trier

360-Grad-Panorama

Außenaufnahme...
(Quelle: www.trier.de)

Zitat

"Ich ließ mich mit meinem Gewehr inmitten der Ruinen nieder, zog aus meinem Tornister das Manuskript meiner Reise nach Amerika und ordnete die Blätter auf dem Gras um mich herum; [...] umgeben von den Resten eines römischen Amphitheaters [...]."

Francois René de Chateaubriand

Durch seine Größe steht das Amphitheater in Trier unter den rund 70 bekannten römischen Theatern an 10. Stelle. Es ist das einzige Amphitheater der römischen Welt, das im Wesentlichen aus einer künstlichen Erdanschüttung besteht und zugleich in eine Stadtmauer eingebunden ist.

Amphitheater in römischer Zeit

Rekonstruktionszeichnung des Amphitheaters. Quelle: Lambert Dahm
Rekonstruktionszeichnung des Amphitheaters. Quelle: Lambert Dahm

Römerzeit – wo einst Gladiatoren und Tiere kämpften
Neben Theater und Zirkus gehörte zur Zeit der Römer das Amphitheater zu den großen und beliebten Unterhaltungsstätten. In Trier entstand der heute in Teilen erhaltene Erd- und Steinbau neueren Forschungsergebnissen zufolge im späteren 2. Jahrhundert.

Die prestigeträchtige Anlage ist Beleg dafür, dass Trier zu römischer Zeit eine reiche Stadt mit ansehnlichen Ausmaßen war. Rund um die ovale Arena von etwa 71 mal 47,5 Metern hatten auf 26 steinbelegten Sitzreihen etwa 18.000 bis 20.000 Zuschauer Platz.

Um eine so große ebene Fläche zu gewinnen, waren erhebliche Erdbewegungen erforderlich. Durch die besonders günstige Lage am Fuße des Petrisberges mussten die römischen Baumeister jedoch nur auf einer Seite Erde vollständig aufschütten: Vom Hang des Petrisberges im Osten wurde der Aushub auf der Westseite zu einer Aufschüttung von mindestens 14 Metern genutzt. Tatsächlich bestehen die Zuschauerränge auf beiden Seiten der Arena im Wesentlichen aus dieser Erdanschüttung – eine Besonderheit des Trierer Amphitheaters, die ohne Vergleich ist in der römischen Welt. Nur die Zugangsbauten im Norden und Süden, die Eingänge im Westen und die Einfassungsmauer der Arena bestanden aus Mauerwerk.

Der nördliche und der südliche Zugang waren als hohe Portale gestaltet. Über diesen erfolgte die Verbindung zwischen den beiden Langseiten der Anlage. Die 26 Sitzreihen wurden durch drei Umlaufgänge voneinander abgetrennt und durch Aufgänge gegliedert. Größeres Gedränge auf den Rängen gab es also nicht. Steinkammern unterhalb der Sitzreihen dienten der Unterbringung von Menschen und Tieren.

Die Fläche zur Präsentation von Spielen und Kämpfen war zum Schutz der Zuschauer von einer vier Meter hohen Mauer umgeben. Wie Pfostenreste bezeugen, stand vor dieser Mauer eine hölzerne Schutzwand, wie sie heute noch in Stierkampfarenen üblich ist. 13 Türen führten von hier in Nebenräume mit Tierkäfigen oder Aufenthaltsräumen für Gladiatoren, die auf ihren Auftritt warteten. Ein Teil der Arena war in einer unregelmäßigen Kreuzform unterkellert und mit technischen Vorrichtungen ausgestattet. Sicherlich gab es dort eine Hebebühne, die mit Showeffekten zur Steigerung der Dramaturgie der Aufführungen beitragen sollte: Mit Hilfe von Bühnenaufzügen konnten Menschen und Tiere schnell in die Arena gelangen.

Im Keller kann man darüber hinaus noch immer die Holzbalken einer Kolbenpumpe im Original besichtigen, die der Entwässerung diente. Der Holzausbau dieses Kellers geht der Bestimmung des Holzalters zufolge auf das beginnende 3. Jahrhundert zurück und ist bis zum Beginn des 4. Jahrhunderts immer wieder erneuert worden. Genutzt wurde das Amphitheater noch bis Anfang des 5. Jahrhunderts, bis es von den Franken teilweise zerstört wurde.

Einige Historiker sind der Auffassung, dass Konstantin der Große Anfang des 4. Jahrhunderts in diesem Amphitheater die Frankenkönige Ascaricus und Merogaisus sowie viele Gefangene des germanischen Stamms der Bructerer wilden Tieren zum Fraß vorgeworfen habe. Es ist jedoch nicht sicher, ob diese Hinrichtungen tatsächlich in Trier stattgefunden haben, da die lateinische Quelle keinen Ort nennt.

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Vom Steinbruch zur Touristenattraktion

Weg ins Amphitheater. Quelle: Rheinisches Landesmuseum Trier
Weg ins Amphitheater. Quelle: Rheinisches Landesmuseum Trier
Luftbild des Amphitheaters. Quelle: Rheinisches Landesmuseum Trier
Luftbild des Amphitheaters. Quelle: Rheinisches Landesmuseum Trier

Im Mittelalter wurde das römische Amphitheater wie zahlreiche andere Bauten als Steinbruch zweckentfremdet. Bekannt ist, dass die Mönche der Abtei Himmerod in der Eifel das Material für die Errichtung ihrer Trierer Besitzungen verwendeten. Das künstliche Hügelgelände wurde von ihnen bis weit ins 19. Jahrhundert mit Reben bepflanzt.

1816 wurde die Ruine ausgegraben, Bauteile und Einrichtungen freigelegt, darunter die Reste der Brüstungsmauer, die Kellerräume, in denen man zahlreiche Verfluchungstäfelchen entdeckte sowie den Entwässerungskanal um die Arena herum.

Heute betritt der Besucher das Gebäude von Süden und erliegt zunächst einer Täuschung: Das Straßenpflaster, das den Boden an dieser Stelle teilweise bedeckt, stammt nicht von hier, sondern aus dem nahe gelegenen Tempelbezirk im Altbachtal. Im Innern der Arena ist dagegen noch der Originalboden erhalten.
Rechts und links der stark restaurierten Stützmauern des Einganges sind weitere halbkreisförmige Stützmauern für die hohen Eingangswände erkennbar, die früher im Innern des Baus verborgen lagen. Hoch über dem linken Eingang, der auf die Ränge führt, ist ein Rest der Eingangsfassadengestaltung erhalten. Etwas weiter in dieser Richtung ist ein Rest der Stadtmauer zu sehen. Der ursprüngliche Steigungswinkel der Ränge war steiler als die heutigen Rasenflächen vermuten lassen.

Heute ist das Amphitheater in erster Linie ein attraktives Touristenziel mit sehr hohem Informationswert. Darüber hinaus ist es beliebter Aufführungsort bei den Trierer Antikenfestspielen und weiteren kulturellen Darbietungen.

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